Camper Dämmung: Isolierung mit Armaflex

  • Beitrags-Kategorie:Camper Ausbau
  • Beitrag zuletzt geändert am:April 23, 2024
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Damit die Abenteuer in deinem Camper unabhängig von den Wetterbedingungen immer komfortabel bleiben, solltest du dir bereits beim Ausbau Gedanken um die Isolierung machen. Im Sommer soll es im Inneren schließlich nicht zu warm und im Winter nicht zu kalt werden. 

Welche Materialien für die Dämmung deines Campers geeignet sind und wie du Schritt für Schritt vorgehst, erklären wir dir in diesem Beitrag. Also, lass uns starten!

Inhaltsverzeichnis

Warum ist eine gute Dämmung so wichtig?

Eine gute Dämmung in deinem Camper ist aus mehreren Gründen von großer Bedeutung. Die drei wichtigsten Aspekte findest du hier:

  • Kontrolle der Innentemperatur: Der Hauptgrund für die Isolierung deines Campers liegt in der Regulierung der Innentemperatur. Ein nicht isolierter Kastenwagen kann im Sommer zu einer wahren Sauna werden und im Winter zu einer Eiskammer.
  • Kontrolle des Geräuschpegels: Zudem kann eine gute Dämmung den Geräuschpegel während der Fahrt und z. B. auch bei Regen oder in lauten Umgebungen Geräusche im Inneren dämpfen.
  • Vermeidung von Rost: Rost kann langfristig die Struktur und Sicherheit deines Wohnmobils beeinträchtigen. Durch eine effektive Isolierung wird verhindert, dass Feuchtigkeit an den Metallteilen deines Fahrzeugs kondensiert, was eine Hauptursache für Rostbildung ist.

Welche Materialien eignen sich zur Dämmung?

Wenn du dich mit der Dämmung in deinem Fahrzeug auseinandersetzt, wirst du wahrscheinlich als erstes über den Begriff Armaflex stolpern. Auch wir haben Armaflex in Kombination mit einer günstigeren Alternative (auf die wir später noch genauer eingehen) verwendet. Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten, die ich dir jetzt zeige:

Glas- und Steinwolle

Diese beiden Materialien sind wegen ihres günstigen Preises und ihrer Verfügbarkeit in Baumärkten beliebt. Sie bieten effektive Isoliereigenschaften und sind schwer entflammbar. Allerdings haben sie auch ihre Schattenseiten. Beide Materialien sind gesundheitlich bedenklich und können beim Einbau ohne geeignete Schutzkleidung Reizungen verursachen. Sie neigen dazu, Feuchtigkeit aufzunehmen, weshalb eine zusätzliche Dampfsperre erforderlich ist. Die Verarbeitung dieser Materialien kann sich als ziemlich aufwendig erweisen.

Styropor

Dieses Material ist in der Camper-Community weit verbreitet, vor allem wegen seines günstigen Preises und der leichten Verfügbarkeit in Baumärkten. Ein weiterer großer Vorteil von Styropor ist sein geringes Gewicht, was es zu einer attraktiven Option für den Camperausbau macht, da es das Gesamtgewicht des Fahrzeugs nicht wesentlich erhöht. Allerdings hat Styropor auch einige Nachteile. Einer der größten ist seine leichte Entflammbarkeit, was ein Sicherheitsrisiko darstellen kann. Zudem ist es nicht biegsam, was die Anwendungsmöglichkeiten einschränkt, besonders in Bereichen des Campers, die eine flexible Isolierung erfordern.

Styrodur

Ähnlich wie Styropor, ist auch Styrodur eine beliebte Wahl für die Isolierung von Wohnmobilen, hauptsächlich wegen seines günstigen Preises und der einfachen Beschaffung. Ein entscheidender Vorteil von Styrodur gegenüber Styropor ist seine Feuchtigkeitsabweisung. Diese Eigenschaft macht es besonders nützlich für Bereiche im Camper, die anfällig für Feuchtigkeitsansammlung sind. Wie Styropor, ist jedoch auch Styrodur leicht entflammbar und nicht flexibel. Dies beschränkt seine Anwendung auf flache Oberflächen und macht es weniger ideal für Teile des Wohnmobils, die eine geschmeidigere Anpassung erfordern.

Hanfmatten

Hanfmatten stellen eine umweltfreundliche und nachhaltige Lösung im Bereich der Fahrzeugisolierung dar. Sie sind besonders bei denen beliebt, die Wert auf ökologische Materialien legen. Ein großer Vorteil von Hanfmatten ist ihre natürliche Resistenz gegen Schädlinge und Schimmel. Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt von Hanfmatten ist ihre Fähigkeit, Feuchtigkeit zu regulieren. Sie können bis zu einem gewissen Grad Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, was zur Regulierung des Raumklimas im Camper beiträgt. In Bezug auf den Preis liegen Hanfmatten höher als viele andere Isolierungsmaterialien. Sie erfordern oft Klemmkonstruktionen für eine effektive Installation, was ein gewisses Maß an handwerklichem Geschick und Planung erfordert.

Sprühkork

Sprühkork stellt eine etwas andere Art der Isolierung dar und gewinnt aufgrund seiner einzigartigen Eigenschaften zunehmend an Beliebtheit im Bereich des Camper-Ausbaus. Ein wesentlicher Vorteil von Sprühkork ist seine multifunktionale Anwendung: Er bietet nicht nur eine hervorragende thermische Isolierung, sondern wirkt auch als effektive Schalldämmung. Darüber hinaus ist Sprühkork umweltfreundlich und wasserabstoßend, was ihn zu einer ausgezeichneten Wahl für den Einsatz in Feuchtigkeitsbereichen macht. Er beugt der Bildung von Schimmel und Schädlingen vor, was für die langfristige Instandhaltung und Gesundheit im Wohnmobil wichtig ist.

Armaflex

Armaflex hat sich in der Welt des Camperausbaus als ein bevorzugtes Isolierungsmaterial etabliert, und das aus gutem Grund. Einer der Hauptvorteile von Armaflex ist sein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis. Es bietet hohe Effizienz in der Wärmeisolierung, ohne dass dabei die Kosten übermäßig steigen. Ein wesentlicher Sicherheitsvorteil von Armaflex ist seine schwere Entflammbarkeit und die Tatsache, dass es selbst erlöschend ist. Dies bedeutet, dass es im Falle eines Feuers nicht zur Brandentwicklung beiträgt. Die geschlossenporige Struktur von Armaflex verhindert, dass das Material Feuchtigkeit aufnimmt, was die Bildung von Schimmel und Rost im Inneren des Fahrzeugs vermeidet. Es lässt sich leicht schneiden und anbringen und ist in verschiedenen Dicken erhältlich. Ein Nachteil von Armaflex ist jedoch, dass es schwierig ist, es ohne Spuren wieder zu entfernen.

Welches Armaflex ist das richtige?

Bei der Auswahl des geeigneten Armaflex für die Isolierung deines Campers stehen dir mehrere Optionen zur Verfügung: Armaflex ACE, AF und XG. Auf diese werden wir nun im Detail eingehen.

Armaflex ACE

Das Armaflex ACE ist die günstigste Variante vom Hersteller Armacell. Es gehört zur älteren Generation von Armaflex und wird schon seit Jahrzehnten verwendet, vor allem zur Rohrisolierung. Es hat sich zwar bewährt, aber im Vergleich zu den neueren Armaflex-Ausführungen, wie XG und AF, zeigt es einige Nachteile. Eine der Einschränkungen von Armaflex ACE ist seine geringere Flexibilität, was die Verarbeitung erschweren kann, insbesondere bei der Isolierung von komplexen Strukturen wie Fahrzeugholmen. 

Zudem tendiert das Armaflex ACE dazu, schlechtere Dämmeigenschaften zu bieten als seine moderneren Pendants. Ein weiterer Punkt, der bei der Auswahl des Armaflex ACE berücksichtigt werden sollte, ist die Herkunft und Qualität. Es wird berichtet, dass Armaflex ACE nicht in Deutschland produziert wird und in einigen Fällen einen starken chemischen Geruch aufweisen kann, der leider auch mit der Zeit nicht wirklich verfliegt. Deswegen würden wir dir raten: Hände weg vom ACE!

Armaflex AF

Armaflex AF hebt sich als Teil der modernen Generation von Isolierungsmaterialien durch seine verbesserten Eigenschaften hervor. Es ist besonders bekannt für seine exzellenten Brandschutzeigenschaften. Die schwere Entflammbarkeit und die selbstlöschende Natur des Materials machen es zu einer sicheren Wahl für deinen Camper, insbesondere wenn du großen Wert auf Brandschutz legst. Ein weiterer wichtiger Vorteil von Armaflex AF ist seine hohe Beständigkeit gegen Wasserdampfdiffusion. Das bedeutet, dass es Feuchtigkeit effektiv abhält, was besonders in einem Fahrzeug wichtig ist, in dem Kondensation und Feuchtigkeit schnell zu Problemen führen können. 

Du solltest jedoch beachten, dass Armaflex AF die teuerste Option unter den Armaflex-Produkten ist. Ein besonderes Merkmal von Armaflex AF ist die Integration der Microban-Technologie. Diese innovative Technologie bietet einen zusätzlichen Schutz vor Mikroben, indem sie deren Zellwände zerstört. Unser Rat: Kann man, muss man aber nicht!

Armaflex XG

Ähnlich wie Armaflex AF gehört auch Armaflex XG zur modernen Generation von Isolierungsmaterialien, und obwohl es nicht über die Microban-Technologie von AF verfügt, bietet es dennoch eine Vielzahl von Vorteilen. Es eignet sich hervorragend für eine breite Palette von Anwendungen und bietet dabei eine zuverlässige thermische Isolierung. Das bedeutet, dass es dazu beiträgt, die Temperatur in deinem Camper konstant zu halten, was sowohl im Sommer als auch im Winter von Vorteil ist. Ein weiterer Pluspunkt von Armaflex XG ist sein wettbewerbsfähiger Preis. Im Vergleich zu Armaflex AF ist es deutlich kostengünstiger, was es aus unserer Sicht zur idealen Wahl macht!

K-Flex - Die Alternative zu Armaflex

Da Armaflex relativ teuer ist, haben wir uns auf die Sucher nach einer Alternative gemacht. Immer wieder haben wir von der Marke K-Flex gehört und haben somit die Datenblätter verglichen. Das K-Flex ST ist dem Armaflex XG von den Werten tatsächlich sehr ähnlich. Also haben wir es einfach ausprobiert. Und was sollen wir sagen: Wir konnten keinerlei Unterschiede feststellen und auch die Verarbeitung funktionierte genauso gut wie beim Armaflex.

Camper Dämmung mit Armaflex - Schritt für Schritt

Da du nun alles über die verschiedenen Material weißt, kann es nun ans Eingemachte gehen. Wir zeigen dir hier Schritt für Schritt, wie du deinen Camper komplett isolierst. Außerdem geben wir dir wertvolle Tipps, denn bei der Dämmung kann man so einiges falsch machen.

1. Einkaufsliste

2. Alle Oberflächen reinigen und entfetten

Bevor du nun beginnst, das Armaflex zurechtzuschneiden, müssen alle Flächen frei von Staub und Fett sein. Egal ob du nun selbstklebendes oder nicht-selbstklebendes Armaflex verwendest – das Material klebt am besten auf komplett sauberen Untergründen. Nutze einen Silikonentferner oder einen Bremsenreiniger und reinige deinen Van von innen gründlich.

Tipp: Wir würden immer zum selbstklebenden Armaflex raten, weil es einfach deutlich einfacher zu verarbeiten ist.

3. Alubutyl - Ja oder Nein?

Viele Selbstausbauer nutzen unter dem Armaflex zusätzlich noch Alubutyl* zur Geräuschdämmung. Aufgrund des hohen Preises und des hohen Gewichts haben wir uns gegen die Verwendung von Alubutyl entschieden. Wir haben es auch nicht bereut. Da Armaflex selbst schon relativ gut Geräusche dämmt, halten wir es nicht für notwendig, zusätzliches Material an den Wänden anzubringen. Natürlich bleibt dir die Entscheidung selbst überlassen.

Achtung: Solltest du dich für Alubutyl entscheiden, ist es besser, Handschuhe bei der Verarbeitung zu tragen. An dem Material kann man sich leicht schneiden.

4. Boden isolieren

Wir raten dir dringend dazu, auch den Boden deines Campers zu isolieren. Bevor du hiermit beginnen kannst, ist es wichtig, als erstes eine Unterkonstruktion für die Bodenplatte anzufertigen. Zwischen den Holzleisten kannst du nun dein Armaflex verkleben. Achte darauf, dass du es immer schön mit der flachen Hand auf dem Blech andrückst.

Tipp: Bemesse nicht zu knapp und rechne lieber 1-2 mm zu deiner Messung hinzu. Armaflex lässt sich super stauchen. Berechnest du das Material zu knapp, entstehen Lücken, die wiederum Kältebrücken sind.

Hier kommst du zur Unterbodenkonstruktion

5. Wände und Holme isolieren

Als nächstes kannst du mit den Wänden und Holmen weitermachen. Natürlich solltest du vorher schon den Schritt Fenster einbauen und Unterkonstruktion anbringen abgehakt haben. Und bevor du die Holme isolierst, verlege erst die Kabel für deine Elektrik.

Schneide dir nun das Armaflex 19mm zurecht und beginne, die Flächen damit zu bekleben. Denke wieder daran, dass du schön auf Stoß klebst und das Armaflex lieber ein wenig stauchst. Für schwierige Stellen wie beispielsweise Radkästen empfiehlt es sich, Schablonen aus Zeitungspapier anzufertigen. So vermeidest du falsche Zuschnitte und die wollen wir beim teuren Armaflex auf keinen Fall haben.

Tipp: Ziehe nicht die komplette Schutzfolie zu Beginn ab. Solltest du aus Versehen mit der Klebefläche an einer Ecke anstoßen, wird das Armaflex sofort fest an der falschen Stelle kleben. Wir empfehlen, ein kleines Stück der Folie abzuziehen, das Armaflex anzukleben und dann nach und nach die Schutzfolie abzuziehen. Vergiss nicht, das Armaflex immer schön anzudrücken. 

Wenn du mit allen Flächen fertig bist, kannst du dir das Armaflex 9mm hernehmen und dieses großflächig über die Holme kleben. Die Dämmung darf dabei gerne die Dämmung der Flächen überlappen. So entstehen keine Lücken und das Armaflex kann seine Wirkung als Dampfsperre voll entfalten.

Achtung: Man hört immer wieder, dass manche Selbstausbauer die Holme mit Bauschaum oder PU-Schaum ausschäumen. Wir sagen: Mach das lieber nicht! Bauschaum und PU-Schaum nehmen Feuchtigkeit auf, was zu Rostbildung führt. Außerdem sind die Holme dazu da, um Kondenswasser nach unten und aus dem Fahrzeug zu transportieren. Diesen Weg würdet ihr somit versperren.

6. Decke isolieren

Bei der Isolierung der Decke gilt natürlich auch, dass zuerst alle Dachluken verbaut sein müssen. Nun kannst du das komplette Blech, wie auch zuvor bei den Seitenwänden, mit Armaflex bekleben. Es gibt jedoch einen kleine Unterschied: Die Sicken (Rillen). Drücke das Armaflex auch fest in die Rillen ein. 

Wir haben das Armaflex komplett aufgeklebt und es erst dann in die Rillen gedrückt. Das hatte zur Folge, dass es sich nach kurzer Zeit wieder aus den Rillen löste. 

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