Solaranlage auf dem Camper installieren

  • Beitrags-Kategorie:Camper Ausbau
  • Beitrag zuletzt geändert am:April 23, 2024
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Wie kannst du mehrere Tage autark stehen? Ganz genau, indem du deinen Strom selbst produzierst. Die Sonne liefert dir jeden Tag Energie, die du nur einfangen musst, und zwar mit einer Solaranlage, die du auf dem Dach deines Fahrzeugs installierst. Wir können dir aus Erfahrung sagen, dass die Installation gar nicht so schwer ist, wie man anfangs denkt. Mit einer guten Anleitung kannst du dir ganz genau berechnen, wie viel Solarleistung du für deinen Bedürfnisse benötigst und wie du alles befestigst und verkabelst.

Inhaltsverzeichnis

Wie funktioniert eine Solaranlage auf dem Wohnmobil?

Die Solaranlage ist wie ein kleines Kraftwerk auf dem Dach deines Wohnmobils. Wenn die Energie des Sonnenlichts auf die Solarzellen trifft, fangen die Teilchen an, sich in der Zelle zu bewegen. Dabei werden Elektronen freigesetzt.

Die freigesetzten Elektronen werden in eine Richtung gelenkt und bilden einen Stromkreislauf. Der Elektronenfluss ist der Strom, den wir später dann in unserem Wohnmobil verwenden, um alle Geräte mit Energie zu versorgen.

Mithilfe eines Solarladereglers wird der Strom an die Bordbatterie weitergegeben und dort gespeichert.

Welche Solaranlage ist die richtige für mich?

Es gibt verschiedene Arten von Solaranlagen, die sich in der Technologie und im Material unterscheiden. Damit du einen kleinen Einblick bekommst, erklären wir dir die verschiedenen Varianten kurz:

  • Monokristalline Solarzellen: Diese Zellen bestehen aus einem einzigen Siliziumkristall und sind normalerweise dunkelblau oder schwarz. Sie haben einen hohen Wirkungsgrad, das heißt, sie können mehr Sonnenlicht in Strom umwandeln, sind jedoch oftmals teurer.

  • Polykristalline Solarzellen: Diese Zellen bestehen aus mehreren kleinen Siliziumkristallen und sind blau und quadratisch. Sie haben einen etwas niedrigeren Wirkungsgrad und sind meist günstiger als monokristalline Solarzellen.

Wir haben uns für polykristalline Zellen entschieden und sind wirklich sehr zufrieden mit der Entscheidung.

Was hat es mit Reihenschaltung und Parallelschaltung auf sich?

Wenn du mehr als ein Panel auf dem Dach deines Campers installieren möchtest, musst du dich entscheiden, ob du die Panele in Reihe oder Parallel schalten möchtest.

  • Reihenschaltung: Bei der Reihenschaltung schaltest du die Panele sozusagen hintereinander und der Strom fließt durch jedes Gerät hintereinander. Die Ausgangsspannung erhöht sich dabei. Wenn du also zwei 12V-Panele in Reihe schaltest, erhältst du eine Ausgangsspannung von 24V. Die Stromstärke (also Ampere) bleibt dabei jedoch gleich. Der Nachteil dabei ist, dass wenn auf ein Panel Schatten fällt, die Leistung des gesamten Systems beeinträchtigt wird.
  • Parallelschaltung: Bei der Parallelschaltung fließt der Strom jedes einzelnen Panels über einen eigenen Pfad. Die Spannung bleibt hierbei gleich – 12V bleiben 12V – aber der Gesamtstrom erhöht sich. Der Vorteil? Wenn ein Panel z. B. durch Schatten beeinträchtigt wird, liefert das andere Panel weiterhin Energie.

Wir haben zwei Solarpanele und haben uns für eine Parallelschaltung entschieden.

Solaranlage Wohnmobil - Wie viel Watt muss sie haben?

Wie viele Solarpanele du auf deinem Dach benötigst und wie viel Leistung sie haben sollten, hängt immer ganz von deinen Bedürfnissen ab. Wenn du acht Stunden am Tag in deinem Van arbeitest, brauchst du verständlicherweise mehr Strom, als wenn du nur reist und einmal am Tag dein Handy laden musst.

Nehmen wir an, deine Solaranlage hat eine Leistung von 100 Watt. Diese Leistung teilst du nun durch die Spannung deiner Batterie, die in der Regel 12 Volt beträgt. 

100 Watt / 12 Volt = 8,33 Ah

Bedeutet nun, dass deine Solaranlage pro Stunde etwa 8,3 Ampere liefern kann.

Nun sollte die Größe so dimensioniert sein, dass die Solaranlage in der Lage ist, deine Aufbaubatterie komplett zu laden. Wenn wir davon ausgehen, dass du wie wir eine Lithium-Batterie mit 100 Ah hast, dann sollte deine Solaranlage auch jeden Tag ca. 100 Ah liefern.

100 Ah * 12 V = 1.200 Wh

Das heißt nun konkret, dass deine Solaranlage 1.200 Wh pro Tag produzieren sollte. Wie viel Watt du nun benötigst, weißt du, wenn du die Wh durch die Sonnenstunden pro Tag teilst.

1.200 Wh / 8 h = 150 Watt

1.200 Wh / 5 h = 240 Watt

Wir haben uns für eine Solaranlage mit insgesamt 260 Watt entschieden und können unsere Batterie mit 100 Ah auch im Winter ausreichend laden. 

Was benötige ich zur Installation?

Nachdem du nun weißt, wie viel Leistung deine Solarpanele haben müssen, geht es an die Installation und Verkabelung. Es gibt mittlerweile jede Menge Anbieter, die Solaranlagen Komplett-Sets verkaufen. Enthalten sind hierbei in der Regel die Panele, die Spoiler zur Befestigung, die passenden Kabel und ein Solarladeregler. Für ein solches Komplett-Set haben auch wir uns entschieden. 

Solltest du dich jedoch gegen ein Komplett-Set entscheiden, kannst du von folgender Kabeldicke ausgehen:

6 mm² Kabel mit MC4-Steckverbindung*

Um die Solarpanele auf dem Dach zu befestigen gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder du klebst sie mithilfe von Spoilern und Sikaflex auf das Dach, oder du befestigst sie mithilfe eines Dachträgers. 

Wir haben uns für die Variante Dachträger entschieden, da uns das sicherer erschien. Was nicht heißt, dass geklebt nicht hält. Bei richtiger Anwendung des Klebstoffs und der richtigen Oberflächenvorbereitung hält diese Klebeverbindung bombenfest. 

Hier geht’s zu unserem Dachträger*

Der MPPT-Solarladeregler

Ein MPPT-Solarladeregler (Maximum Power Point Tracking) wird zwischen Solarmodul und Batterie geschaltet. Er überwacht die Ausgangsleistung der Solarpanels ständig und optimiert die Energieübertragung zur Batterie. Im Vergleich zu einem einfachen PWM-Laderegler kann der MPPT-Solarladeregler die Effizienz des Solarstroms um bis zu 30% erhöhen.

Welcher MPPT-Solarladeregler ist nun der richtige für dich?

Solaranlage anschließen

Da du nun weißt, welche Solarpanele du benötigst und wie du diese auf dem Dach befestigen willst, kannst du nun mit der Installation beginnen.

Solarpanele auf das Dach montieren

Bevor du mit der Verkabelung beginnen kannst, musst du zuerst die Panele auf deinem Dach befestigen. Aber Vorsicht, die Teile sind wirklich schwer. Außerdem solltest du bei den Kabelenden vorsichtig sein – die Solaranlage produziert nämlich bereits schon jetzt Strom. Du kannst die Panele natürlich auch mit einer Decke oder einem großen Karton abdecken.

Loch für die Kabeldurchführung bohren

Damit die Kabel später im Inneren des Fahrzeugs an die allgemeine Elektrik angeschlossen werden können, ist es notwendig, ein Loch in das Dach zu bohren. Durch dieses werden später dann die Kabel geführt. Um zu verhindern, dass bei Regen Wasser in den Van eintritt, solltest du eine spezielle Dachdurchführung* nutzen.

Kabel mit Solarpanelen verbinden

Jetzt werden die Stecker der Solarpanele miteinander verbunden und die Kabelenden durch die Dachdurchführung ins Innere des Fahrzeugs geleitet. 

Kabel mit Solarladeregler verbinden

Die Kabel werden nun an den Enden abisoliert und bekommen eine Aderendhülse aufgezogen. Wenn du ein Komplett-Set kaufst, sind die Kabel in der Regel schon komplett konfektioniert. Stecke nun beide Kabel in den Solarladeregler ein. Rot zu Plus und Schwarz zu Minus.

Solarladeregler mit Aufbaubatterie verbinden

Jetzt kann der Solarladeregler an die Aufbaubatterie angeschlossen werden. Hierfür müssen zwei weitere Kabel mit der gleichen Dicke (6 mm²) vom Solarladeregler zur Batterie geführt werden. Sobald die Verbindung steht, müsstest du die grüne Charging-Lampe an deinem Regler leuchten sehen. Deine Solaranlage produziert nun Strom.

Die mobile Solaranlage als Back-up

Verreist du nur gelegentlich mit deinem Van oder suchst eine zusätzliche Back-Up-Lösung, falls der Strom mal knapp werden sollte, dann lohnt sich ein Blick auf die mobile Solaranlage. Diese besteht aus einer tragbaren Powerstation und einem faltbaren Solarmodul. 

Das Solarmodul wird ganz einfach zur Sonne gerichtet aufgestellt, an die Powerstation per Plug-and-Play angeschlossen und lädt diese dann auf. An der Powerstation selbst befinden sich in der Regel Steckdosen für 12 Volt, USB und 230 Volt. Also optimal, um den Laptop oder das Handy zu laden.

Die mobile Solarmodul gibt es in verschiedenen Größen:

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