Kostenplanung

  • Beitrags-Kategorie:Planung
  • Beitrag zuletzt geändert am:April 23, 2024
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Das wohl wichtigste Thema bei der Planung einer Weltreise ist die Frage nach der Kostenplanung. Wir werden immer wieder gefragt, was so einen Weltreise denn kostet. Hierbei muss man aber klar unterscheiden: Möchtest du mit dem Flugzeug um die Welt reisen oder wie wir in einem Van? Oder möchtest du vielleicht sogar per Anhalter unterwegs sein – Ja, auch das ist möglich!

Hier ergeben sich natürlich teils sehr große Unterschiede in den Kosten. Weitere Kriterien sind die Dauer der Reise und der Luxus, den man sich vielleicht gönnt. In diesem Beitrag möchten wir dich ein wenig aufklären und dir wichtige Tipps geben.

Inhaltsverzeichnis

Was kostet eine Weltreise?

Wie bereits erklärt, ist es schwierig, hier einen pauschalen Betrag zu nennen, denn jeder reist anders. Wir können dir nur aus unserer Erfahrung sagen, dass eine Weltreise nicht teuer sein muss.  Ganz grob kannst du mit 10.000 bis 15.000 Euro pro Person pro Jahr rechnen. 

Das ist aber nur ein ganz grober Richtwert und hängt ganz klar von Faktoren wie Reiseart, Reisedauer und Unternehmungen ab. Wir nehmen es gleich mal vorweg. Uns hat ein Jahr im Van durch Europa etwa 20.000 Euro gekostet, also 10.000 Euro pro Person. Wie sich diese Kosten genau zusammensetzen erfährst du weiter unteren im Beitrag.

Kalkulation der Kosten

Wie viel deine Weltreise im Endeffekt kosten wird, kommt also ganz auf deine Reiseart und deine Bedürfnisse auf Reisen an. Die wichtigsten Kostenpunkte sind:

Ausrüstung

Wie viel Geld du für deine Reise einplanen solltest hängt nicht nur von deinen Ausgaben auf Reisen ab. Je nachdem, wie gut du bereits ausgestattet bist, benötigst du eventuell noch Ausrüstung, die auch ziemlich ins Geld gehen kann. Als Backpacker benötigst du zum Beispiel einen Backpack und gute Schuhe.

In unserem Fall, als Reisende in einem Van, mussten wir uns erst einmal ein Fahrzeug besorgen und dieses ausbauen, was uns insgesamt bereits rund 25.000 Euro gekostet hat. 

Möchtest du deine Reiseerlebnisse für Social Media festhalten, benötigst du eventuell noch geeignetes Kameraequipment, was je nach Anforderungen mehrere Tausend Euro kosten kann.

Reisedauer

Auf diesen Punkt müssen wir wahrscheinlich nicht genauer eingehen. Dir wird klar sein, dass ein Jahr auf Weltreise weniger kostet als zwei oder drei Jahre. 

Route

Auch die Wahl der Route hat einen großen Einfluss auf die Kosten deiner Reise. Verschiedene Regionen und Länder haben unterschiedliche Lebenshaltungskosten, welche sich teils massiv unterscheiden.

Länder wie die Schweiz, Norwegen oder Japan sind bekannt für ihre hohen Lebenshaltungskosten, während Länder in Südostasien, Südamerika oder Teilen Afrikas oft deutlich günstiger sind. Deine Route bestimmt also in großem Maße, wie weit dein Budget reicht.

Kannst du in manchen Ländern Strecken per Bus oder Zug zurücklegen, bist du in anderen Ländern eventuell auf Flüge angewiesen. Hinzu kommen in vielen Ländern Gebühren für Visa.

Tipp: Viele Airlines bieten ein Round the World Ticket an, das 365 Tage lang gültig ist und eine bestimmte Anzahl an Stopps beinhaltet. Je nach Anzahl der Stopps können die Preise für das Ticket zwischen 2.500 und 7.000 Euro liegen.

Reisegeschwindigkeit

Je nachdem, ob du eher langsam reist und dafür weniger Länder besuchst, oder schnell von Land zu Land springst und dabei vielleicht noch mehrmals den Kontinent wechselst, wirst du hier auch deutliche Unterschiede in den Kosten bemerken. 

Möchtest du beispielsweise in einem Jahr drei oder mehr Kontinente bereisen, bist du auf häufiges Fliegen angewiesen, was ein großer Kostenfaktor bei deiner Planung ist. 

Reisestil

Wie wichtig ist dir Luxus auf Reisen? Möchtest du gerne regelmäßig in Hotels und eigenen Unterkünften schlafen, oder gibst du dich auch mit Hostels mit Mehrbettzimmern oder Couchsurfing-Gelegenheiten zufrieden? Dass du mit letzterem richtig Geld sparen kannst, ist dir wahrscheinlich klar. Dass du in Mehrbettzimmern keine Privatsphäre hast, wahrscheinlich auch.

Über die Wahl der Unterkunft müssen wir uns mit unserem Van selten Gedanken machen. In der Regel übernachten wir auf kostenlosen Stellplätzen und müssen wirklich nur in sehr seltenen Fällen auf einen Campingplatz ausweichen.

Zusatzkosten (Versicherungen, Gebühren)

Ein oft vergessener Faktor bei der Kostenplanung sind die Zusatzkosten wie z.B. für Versicherungen und Visa. Unsere Krankenversicherung kostet zum Beispiel rund 1.000 Euro pro Person pro Jahr. Manche Versicherungen verlangen auch, dass du die gesamte Summe bereits im Voraus bezahlst.

Bei einer Reise im Wohnmobil kommen noch Kosten für die Kfz-Versicherung und die Kfz-Steuer hinzu. Je nach Länge der Reise müssen vielleicht sogar Reparaturen während durchgeführt werden.

Spartipps vor der Reise

Wir haben bereits zwei Jahre vor Start unserer Reise angefangen zu sparen und haben wirklich jeden Cent, den wir nicht brauchten, zur Seite gelegt. Wir haben hier ein paar Tipps für dich, wie du deine Ausgaben reduzieren und mehr Geld sparen kannst.

Ausgaben protokollieren

Um zu wissen, wie viel Geld wir denn tatsächlich für die notwendigen Dinge des Lebens benötigen, haben wir all unsere Ausgaben aufgeschrieben. Anschließend haben wir jeden Monat Geld für Lebensmittel, Tanken und sonstige Ausgaben zur Seite gelegt, wovon wir unsere Einkäufe bezahlt haben. Was davon am Ende des Monats übrig war, haben wir zusätzlich in unsere Spardose gepackt.

Am Anfang des Monats sparen

Viele machen folgenden Fehler: Sie sparen am Ende des Monats – also das Geld, das am Ende des Monats noch auf dem Konto ist, kommt auf das Sparbuch. Um wirklich effektiv zu sparen, solltest du jedoch gleich am Anfang des Monats dein Geld zur Seite legen.

Hierzu musst du deine Ausgaben natürlich gut kennen. Schreibe dein Einkommen auf und ziehe davon die Ausgaben (Miete, Versicherungen, Lebensmittelkosten, Tanken) ab. Plane dir auf jeden Fall einen Puffer für Unvorhergesehenes oder Aktivitäten ein. Den Betrag, der nach allen geplanten Ausgaben übrig bleibt, solltest du gleich am Monatsanfang weglegen. So bist du nicht versucht, es doch einfach auszugeben.

Ungenutzte Dinge verkaufen

Unsere Wohnung war wirklich nicht mit Schränken überladen und trotzdem hat sich so viel unnötiges Zeug über die Jahre angesammelt. Vielleicht hast auch du ein paar Dinge, die du nicht mehr benötigst und verkaufen kannst.

Wir haben unseren kompletten Haushalt aufgelöst und unsere Möbel, Autos und vieles Weitere verkauft. Mit diesen Einnahmen konnten wir unsere Reisekasse ganz gut aufstocken. Wenn du nur eine gewisse Zeit unterwegs bist und anschließend wieder in deine Wohnung zurückkehrst, macht es natürlich keinen Sinn, alles wegzugeben.

Nicht benötigte Verträge kündigen

Bevor du zu einer längeren Reise aufbrichst, ist es sinnvoll, einen genauen Blick auf deine laufenden Verträge und Abonnements zu werfen. Viele monatliche Kosten, wie zum Beispiel für das Fitnessstudio, Streaming-Dienste oder Zeitschriftenabonnements, laufen weiter, auch wenn du sie während deiner Abwesenheit nicht nutzt.

Mache eine Liste all deiner monatlichen Ausgaben und überlege, welche Dienste du während deiner Reise wirklich benötigst. Manche Verträge lassen sich pausieren, andere wiederum komplett kündigen. Auch wenn es sich bei manchen Posten nur um kleine Beträge handelt, können diese sich über die Dauer deiner Reise zu einer beachtlichen Summe addieren.

Konsum reduzieren

Einer der effektivsten Spartipps vor der Reise ist es, den eigenen Konsum kritisch zu überdenken und zu reduzieren. Hierbei geht es darum, nur das Notwendigste zu kaufen und auf unnötige Ausgaben zu verzichten. Überlege dir vor jedem Kauf genau, ob du den Gegenstand wirklich benötigst und ob er einen Mehrwert für deine Reise bringt.

Spartipps für die Reise

Nicht nur vor der Reise kann Geld gespart werden, sondern auch während deines Trips. Es gibt sogar Möglichkeiten, kostenlos an Unterkünfte zu kommen oder auf Reisen Geld zu verdienen. Darauf gehen wir aber in den folgenden Punkten genauer ein.

Hostels oder Couchsurfing

Einer der bekanntesten Spartipps für Reisende sind natürlich Hostels. Im Vergleich zu Hotels sind sie deutlich günstiger und oftmals auch geselliger. Hier kannst du in Schlafsälen übernachten und so Geld sparen, während du gleichzeitig neue Leute kennenlernst. Sie bieten oft Gemeinschaftsräume und -küchen, in denen du eigene Mahlzeiten zubereiten kannst.

Couchsurfing ist eine weitere, sogar kostenlose Option, um weltweit Unterkünfte zu finden. Über Plattformen wie Couchsurfing.com kannst du Gastgeber finden, die ihre Couch oder ein Gästezimmer zur Verfügung stellen. Es bietet nicht nur eine kostenlose Übernachtungsmöglichkeit, sondern ermöglicht auch den kulturellen Austausch und das Eintauchen in das lokale Leben. 

Housekeeping

Eine weniger bekannte, aber sehr effektive Möglichkeit, Reisekosten zu sparen, ist das Housekeeping kombiniert mit Haustiersitting. Viele Menschen suchen nach vertrauenswürdigen Leuten, die in ihrer Abwesenheit auf ihr Zuhause und ihre Tiere aufpassen. Als Gegenleistung erhältst du kostenlose Unterkunft.

Über Plattformen wie TrustedHousesitters.com kannst du Menschen finden, die jemanden suchen, der ihr Haus und ihre Tiere betreut, während sie weg sind. So kannst du in verschiedenen Gegenden wohnen, das lokale Leben abseits der touristischen Pfade erleben und dabei die Gesellschaft von Tieren genießen. Wenn du Tiere liebst, ist das eine wirklich tolle Option.

Öfter mal zu Fuß gehen

Eine der einfachsten und effektivsten Möglichkeiten, während einer Weltreise Geld zu sparen, ist es, so oft wie möglich zu Fuß zu gehen. Dieser Ansatz bietet nicht nur finanzielle Vorteile, sondern ermöglicht es dir auch, dein Reiseziel aus einer ganz neuen Perspektive zu erleben. Zu Fuß entdeckst du verborgene Schätze der Stadt, charmante Seitengassen, einzigartige lokale Geschäfte und atmosphärische Cafés, die du beim Vorbeifahren leicht übersehen könntest.

Pack also eine Offline-Karte auf dein Handy – für den Fall, dass du dich doch mal verläufst. Und dann? Einfach loslaufen und schauen, wohin die Füße dich tragen. Du wirst überrascht sein, was du alles entdecken kannst, wenn du der Welt da draußen zu Fuß begegnest.

Kochen statt Restaurant

Ein weiterer Spartipp auf deiner Weltreise ist das Kochen statt Essen im Restaurant. Besonders wenn du, wie wir, im Van unterwegs bist, hast du fast immer die Möglichkeit, selbst zu kochen. Diese Flexibilität erlaubt es dir, lokale Zutaten auszuprobieren und gleichzeitig dein Budget zu schonen.

In Asien beispielsweise, wo das Streetfood sowohl lecker als auch unglaublich preiswert ist, kannst du für wenig Geld authentische lokale Gerichte genießen. Doch auch hier kann das Selbstkochen im Van oder deiner Unterkunft eine tolle Alternative oder Ergänzung sein, um die Vielfalt der asiatischen Küche noch intensiver zu erleben.

Kostenlose Stellplätze wählen

Wenn du mit einem Van reist, dann kannst du viel Geld sparen, indem du auf kostenlosen Stellplätzen übernachtest. Viele Städte und Regionen bieten spezielle Stellplätze, auf denen du kostenfrei oder gegen eine geringe Gebühr übernachten darfst. Diese sind oft sogar naturnah gelegen.

Apps und Websites wie Park4Night oder iOverlander helfen dir dabei, solche Stellplätze zu finden. Dort teilen andere Reisende ihre Entdeckungen und Erfahrungen und geben oft wertvolle Tipps zu Anfahrt, Ausstattung und besonderen Vorkommnissen.

Wwoofing

WWOOFing ist eine einzigartige und nachhaltige Art zu reisen, bei der du deine Reisekosten erheblich reduzieren kannst. „WWOOF“ steht für „World Wide Opportunities on Organic Farms“, und indem du dich als Freiwillige(r) auf einer Bio-Farm engagierst, erhältst du in der Regel kostenlose Kost und Logis.

Durch WWOOFing hast du die Möglichkeit, praktische Fähigkeiten in der ökologischen Landwirtschaft zu erlernen, während du gleichzeitig in den Lebensstil und die Kultur deines Gastlandes eintauchst. Die Arbeit kann vielseitig sein – von der Pflanzenpflege über die Tierbetreuung bis hin zur Ernte.

Um ein WWOOFer zu werden, kannst du dich auf der WWOOF-Website des jeweiligen Landes anmelden, ein Profil erstellen und nach passenden Höfen suchen.

Work & Travel

Wenn du kein Problem damit hast, während deiner Reise zu arbeiten, dann ist Work & Travel eine gute Option für dich. Dieses Konzept ermöglicht es dir, in einem fremden Land zu arbeiten und so deinen Aufenthalt zu finanzieren.

Es gibt zahlreiche Jobs, die sich gut für Work and Travel eignen, wie zum Beispiel Arbeiten in der Gastronomie, im Tourismus oder auch in der Landwirtschaft. Um eine solche Reise zu organisieren, kannst du spezialisierte Agenturen nutzen oder selbst nach passenden Jobs suchen. Wichtig ist, dass du die jeweiligen Visabestimmungen des Landes beachtest, in dem du arbeiten möchtest, da nicht jedes Land Work and Travel erlaubt oder besondere Visa hierfür erfordert.

Wichtig: Work and Travel ist in vielen Ländern altersbeschränkt. In der Regel ist es nur bis zum 30. Lebensjahr (in Kanada bis zum 35. Lebensjahr) möglich.

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