Fenster richtig einbauen im Campervan

  • Beitrags-Kategorie:Camper Ausbau
  • Beitrag zuletzt geändert am:April 23, 2024
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Unser Transporter hatte von Haus aus kein einziges Fenster im Laderaum, weshalb für uns ganz klar war, dass wir mindestens zwei Fenster im Van einbauen werden. Schlussendlich sind es dann zwei Seitenfenster, eine Dachhaube und ein Dachventilator geworden.

Wenn du auch vorhast, ein oder mehrere Fenster in deinem Van einzubauen, dann findest du hier eine ausführliche Anleitung. So wird es auch in deinem Van ganz schnell und unkompliziert hell.

Inhaltsverzeichnis

Wie viele Fenster brauche ich im Van?

Wie viele Fenster du in deinem Van tatsächlich brauchst, kannst nur du beantworten. Klar ist nur, dass mindestens an zwei Seiten (das Dach zählt hierbei auch als Seite) Fenster vorhanden sein müssen, um die Wohnmobilzulassung zu bekommen.

Wir haben uns dazu entschieden, das Dach mit zwei Hauben auszustatten und auf der Beifahrerseite noch ein Fenster in der Schiebetür und ein kleines Fenster am Bett anzubringen. Unsere Überlegung war, eine Seite komplett fensterlos zu belassen, damit nicht von jeder Seite sofort ersichtlich ist, dass es sich um ein Campingfahrzeug handelt.

Welche Arten von Fenster gibt es?

Die Auswahl an Fenstern für dein Wohnmobil ist nicht gerade groß. Es gibt einige namhafte Hersteller wie Dometic, wofür auch wir uns entschieden haben. Aber auch nur, weil die deutlich günstigeren Fenster von Carbest nicht verfügbar waren.

Wir haben uns also nun für zwei Dometic Seitz S4 in zwei verschiedenen Größen entschieden. Dabei handelt es sich um Ausstellfenster, die im Innenrahmen gleich ein Verdunklungsrolle und ein Fliegengitter mit eingebaut haben, was wir wirklich sehr cool finden. Wir sind auch super zufrieden mit der Qualität der Fenster und können Sie nur empfehlen.

Hier geht’s zum Fenster von Dometic*

Hier geht’s zur Alternative von Carbest*

Beim Dachfenster haben wir uns hingegen gegen Dometic entschieden. Das hatte aber auch wirklich nur Preisgründe. Stattdessen haben wir ein Dachfenster von Fiamma* eingebaut.

Der MaxxFan - unser Game Changer

Nicht ganz günstig, aber jeden Cent wert! Unseren MaxxFan würden wir nicht wieder hergeben. Dieser Dachventilator hat uns nämlich schon durch einige Sommer gebracht und uns bei über 40 Grad in Frankreich das Überleben gesichert;-). 

Aber das ist noch nicht alles: Der MaxxFan kann Luft von außen nach innen blasen oder auch Luft von innen nach außen transportieren. Das ist besonders sinnvoll beim Kochen, da er so wie eine Dunstabzugshaube funktioniert. Er kann in verschiedenen Stärken eingestellt werden und sogar so programmiert werden, dass er sich bei Erreichen einer bestimmten Raumtemperatur von selbst anschaltet. Für uns ist er mit eine der besten Investitionen in unserem Van.

Hier geht’s zum MaxxFan*

Welche Materialien und Werkzeuge brauche ich für den Einbau?

Fenster einbauen im Van - Schritt für Schritt

Holzrahmen für das Fenster bauen

Bevor du überhaupt mit dem Einbau der Fenster beginnst, muss ein Holzrahmen angefertigt werden, um die Wandstärke auszugleichen.  Nimm hierzu die genauen Maße des Fensters und säge dir die Holzlatten 24 x 48 mm zurecht. Das Fenster sollte nachher perfekt in den Holzrahmen passen. 

Achtung: Wenn dein Fahrzeug wie unseres auf dem Dach diese Einkerbungen (Sicken genannt) hat, dann musst du diese für den Einbau des Dachfensters ausgleichen. Für das Dometic Dachfenster gibt es hierfür extra Adapterrahmen zu kaufen. Wir haben uns einfach ein klassisches Frühstücksbrett aus weißem dickem Kunststoff gekauft und dieses so zurechtgesägt, dass wir mehrere Stücke hatten, die genau in die Sicken gepasst haben.

Hier geht’s zum Adapterrahmen von Dometic*

Ausschnitt für das Fenster anzeichnen

Nun kannst du den Holzrahmen dazu verwenden, den Ausschnitt für das Fenster auf dem Blech des Fahrzeugs anzuzeichnen. Schaue, dass du den Ausschnitt nicht zu knapp nimmst, das war nämlich bei uns der Fall und wir mussten das Loch dann von Hand mit einer Metallfeile vergrößern.

Fensterausschnitt aussägen

Nun bohrst du in alle vier Ecken ein Loch, damit du später mit der Stichsäge hindurchkommst und das Metall aussägen kannst. Klebe im Anschluss entlang der Linie Kreppband, damit die Führung der Stichsäge keine Kratzer auf dem Lack verursacht. Nun geht es ans Aussägen! Für uns war es echt ein komisches Gefühl, einfach ein Loch in unser Fahrzeug zu schneiden.

Tipp: Sobald du die ersten zwei Linien geschnitten hast, wird das Blech bei den weiteren Schnitten stark anfangen zu schwingen. Wir haben den Ausschnitt hier zusätzlich noch mit Klebeband am Außenblech festgeklebt, damit es mehr Halt hat und später auch nicht einfach zu Boden fallen kann.

Schnittkanten behandeln

Die Schnittkanten kannst du nun entgraten und mit Bremsenreiniger säubern. Anschließend solltest du einen Metallschutz auftragen, um zu verhindern, dass das offene Metall anfängt zu rosten. Lasse den Metallschutz gut trocknen und trage am besten auch noch eine zweite Schicht auf.

Holzrahmen ankleben

Positioniere den Holzrahmen genau im Ausschnitt und klebe ihn mit Sikaflex fest. Der Kleber muss nun mehrere Stunden gut durchtrocknen. Wir haben den Rahmen hierfür einfach mit den Schraubzwingen befestigt. 

Tipp: Lege unter die Schraubzwingen jeweils ein Stück Papier, um den Lack an der Außenseite deines Fahrzeugs nicht zu zerkratzen.

Dichtmasse auf Fensterrahmen anbringen

Bevor das Fenster eingesetzt wird, solltest du nun eine Dichtmasse auf dem Fensterrahmen anbringen. Wir haben hierfür Dekaseal verwendet. Trage eine großzügige Menge der Dichtmasse auf. Hier gilt: Lieber zu viel, als zu wenig.

Fenster in Ausschnitt einsetzen und verschrauben

Setze das Fenster in den vorbereiteten Rahmen ein und drücke es gut fest. Die Dichtmasse darf und sollte sogar richtig hervorquellen. Nun kannst du den Innenrahmen aufsetzen und beide Teile miteinander verschrauben.

Anmerkung: Die Dichtmasse kannst du im Anschluss ganz einfach von Hand entfernen, indem du erst ein Stück Dichtmasse entfernst und diese dann nutzt, um in tupfenden Bewegungen die restliche Masse rundherum zu entfernen.

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