Das richtige Basisfahrzeug für den Camper-Ausbau

  • Beitrags-Kategorie:Camper Ausbau
  • Beitrag zuletzt geändert am:April 23, 2024
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Zwei Versuche haben wir gebraucht, um es zu finden: das perfekte Basisfahrzeug für den Camper-Ausbau. Es war wirklich ein Glücksgriff, denn das Angebot an guten Basisfahrzeugen ist begrenzt. Die erste Besichtigung ging milde ausgedrückt total in die Hose. Dafür war die zweite ein absoluter Volltreffer. 

Wir haben uns für einen Citroen Jumper L3H2 aus dem Baujahr 2017 entschieden. Mit dieser Entscheidung sind wir, auch zwei Jahre später, noch immer sehr glücklich. In diesem Beitrag helfen wir dir, dein perfektes Basisfahrzeug zu finden. Wir geben dir Tipps, auf was du achten solltest und teilen unsere Erfahrungen mit dir. 

Inhaltsverzeichnis

Welche Faktoren solltest du beachten?

Als wir uns auf die Suche machten, standen wir vor der gleichen Entscheidung, vor der du jetzt stehst. Die Auswahl an Fahrzeugen, die für den Ausbau infrage kommen, ist enorm. Vom Mini-Camper bis zum amerikanischen Schulbus ist hier alles möglich. Als wir uns dann aber näher mit der ganzen Thematik auseinandergesetzt haben, war uns relativ schnell klar, für welches Fahrzeug wir uns entscheiden. Auf die wichtigsten Faktoren gehen wir im Folgenden ein.

Wie viele Personen müssen ins Fahrzeug passen?

Einer der ersten und wohl entscheidendsten Faktoren, den du beim Kauf deines Basisfahrzeugs beachten solltest, ist die Anzahl der Personen, die darin Platz finden müssen. Ob du alleine, zu zweit oder gar mit deiner Familie reisen möchtest, beeinflusst nicht nur die Größe des Fahrzeugs, sondern auch das Layout und den benötigten Stauraum.

Reist du alleine oder zu zweit, könnte ein kompakter Van oder ein kleinerer Transporter bereits ausreichen. Diese bieten den Vorteil, dass sie wendiger sind, leichter einen Parkplatz finden und oftmals weniger im Unterhalt kosten. Aber wenn du mit Kindern oder sogar einer Gruppe von Freunden unterwegs bist, solltest du zu einem größeren Modell tendieren. Hier wäre vielleicht ein ausgewachsener Transporter oder ein Bus die bessere Wahl.

Möchtest du im Van stehen können?

Ein weiteres Kriterium, das uns sehr wichtig war, ist die Stehhöhe. Stell dir vor, du wachst morgens auf und möchtest dich einfach mal strecken, oder du kommst von einem langen Spaziergang zurück und willst etwas kochen. Es macht einen riesigen Unterschied, ob du das im Hocken oder Stehen tun kannst. Besonders an Regentagen, wenn du vielleicht mehr Zeit im Van verbringst, wird dieser zusätzliche Raum zu einem echten Segen.

Für mich mit meinen 1,55 m ist die Auswahl an Fahrzeugen relativ groß. Das größere Problem war bei uns, ein Fahrzeug zu finden, in dem auch Ronny mit seinen 1,86 m aufrecht stehen kann. Die Höhe H2 unseres Vans ist hier ideal – Ronny hat sogar noch eine handbreit Platz zu Decke und das, obwohl wir eine Holzdecke und einen gedämmten Boden haben.

Nutzt du den Van nur für Kurztrips oder für Langzeitreisen?

Auch deine Reisepläne und die Art, wie du dein Fahrzeug einsetzen möchtest, spielen eine wichtige Rolle bei der Wahl. Es ist ein bisschen so, als ob du zwischen einem gemütlichen Wochenendhaus und einer voll ausgestatteten Wohnung wählst.

Kurztrips, wie Wochenendausflüge oder kurze Urlaubsfahrten, erfordern oft nicht so viel Ausstattung und Stauraum. Ein kleinerer Van kann hier völlig ausreichen, da du nicht viel Gepäck dabei hast und meistens nur die Grundbedürfnisse wie Schlafen und einfaches Kochen abgedeckt werden müssen.

Planst du jedoch längere Reisen oder denkst vielleicht sogar darüber nach, für mehrere Monate oder auf unbestimmte Zeit auf der Straße zu leben? Dann ändern sich die Anforderungen. Mehr Stauraum für Lebensmittel, Kleidung und eventuell sogar Arbeitsmaterialien werden wichtiger. Ebenso könnte ein komfortables Bett, eine gut ausgestattete Küche oder ein Bad mit Dusche in den Vordergrund rücken.

Kurz gesagt: Je länger und intensiver du deinen Camper nutzen möchtest, desto mehr Gedanken solltest du in die Ausstattung und das Platzangebot stecken. Dein rollendes Zuhause sollte nicht nur praktisch, sondern auch gemütlich sein, damit du dich auch auf Langzeitreisen rundum wohlfühlst.

Welche Länder möchtest du bereisen?

Jedes Land und jede Region stellt unterschiedliche Anforderungen an dein Fahrzeug. Was auf den Straßen Skandinaviens funktioniert, ist möglicherweise nicht ideal für Marokkos Wüstenpisten.

Planst du, oft abseits befestigter Straßen zu fahren, könnte ein Fahrzeug mit Allradantrieb und höherer Bodenfreiheit sinnvoll sein. Engere Straßen in europäischen Altstädten oder in den Bergen könnten hingegen ein wendigeres und kompakteres Fahrzeug erfordern.

Nicht zu unterschätzen sind auch regionale Vorschriften und Beschränkungen. In manchen Ländern gibt es beispielsweise Höhen- oder Gewichtsbeschränkungen für Fahrzeuge. Zudem sind Maut und Fähren für Fahrzeuge ab 6 m Länge meist teurer.

Zuletzt spielt die Versorgungslage eine Rolle. Wenn du in abgelegenere Regionen reisen möchtest, in denen du nicht regelmäßig auf Supermärkte oder Campingplätze triffst, benötigst du vielleicht einen größeren Wassertank, mehr Stauraum für Lebensmittel oder sogar zusätzliche Kraftstoffreserven.

Die Länder und Regionen, die du bereisen möchtest, geben also in vielerlei Hinsicht den Ton an, welcher Camper für dich der richtige ist. Es lohnt sich, im Vorfeld gründlich zu recherchieren und sich mit anderen Reisenden auszutauschen, um bestens vorbereitet zu sein.

Wirst du von unterwegs arbeiten?

Das digitale Zeitalter hat viele von uns in die glückliche Lage versetzt, von praktisch überall aus arbeiten zu können. Aber wenn dein Camper nicht nur der Ort ist, an dem du schläfst und isst, sondern auch dein mobiles Büro wird, gibt es einige Dinge zu beachten.

Erstens, der Arbeitsbereich. Ein kleiner Tisch und ein komfortabler Stuhl können Wunder wirken, wenn es darum geht, produktiv zu sein. Überlege dir, ob du einen festen Schreibtischbereich in deinem Camper haben möchtest oder ob ein klappbarer Tisch ausreicht. Denk auch an die Ergonomie; Rückenschmerzen sind das Letzte, was du willst, wenn du im Paradies parkst!

Die Stromversorgung ist ein weiterer kritischer Punkt. Laptops, Smartphones, Tablets und andere Geräte müssen regelmäßig aufgeladen werden. Hier kann eine leistungsstarke Solaranlage oder ein zusätzlicher Akku hilfreich sein. Außerdem könnte ein Spannungswandler nützlich sein, um sicherzustellen, dass deine Geräte sicher und effizient geladen werden.

Auch der Stauraum ist wichtig. Du benötigst vielleicht Platz für Dokumente, Technikzubehör oder sogar spezielle Arbeitsgeräte. Einige organisierte Ablagefächer oder Schubladen können dabei helfen, den Arbeitsbereich ordentlich und funktional zu halten.

Wie viel Gepäck hast du an Bord?

Das Gepäck und wie viel davon du mitnimmst, kann einen großen Einfluss darauf haben, welches Fahrzeug und welchen Ausbau du benötigst. Ein übervoller Camper kann schnell unübersichtlich und unbequem werden, wohingegen zu wenig Stauraum dich daran hindert, die Dinge mitzunehmen, die deine Reise angenehm machen.

Wenn du jemand bist, der minimalistisch lebt und nur das Nötigste dabei haben möchte, dann könntest du mit einem kleineren Van und weniger Stauraum auskommen. Vielleicht reicht dir ein einfaches Bett, ein paar Kleidungsstücke, Grundnahrungsmittel und ein Kochset.

Andererseits, wenn du planst, eine Vielzahl von Aktivitäten auszuüben – sagen wir, Surfen, Wandern, Radfahren und vielleicht Fotografieren – wirst du entsprechendes Equipment benötigen. Surfbretter, Fahrräder, Wanderausrüstung und Kameraausrüstung nehmen viel Platz in Anspruch. Hier solltest du überlegen, ob Dachträger, ein Fahrradträger am Heck oder integrierte Stauräume sinnvoll sind.

Auch die Reisedauer spielt eine Rolle. Ein Wochenendtrip benötigt deutlich weniger Gepäck als eine mehrmonatige Reise. Überlege, ob du genug Platz für Vorräte, Wasser oder sogar Ersatzteile hast, wenn du lange Zeit fernab von Städten oder Läden verbringen möchtest.

Reist du mit Hund oder Katze?

Ein vierbeiniger Reisebegleiter kann das Camper-Erlebnis enorm bereichern. Doch die Anwesenheit von Hund oder Katze an Bord stellt auch besondere Anforderungen an deinen Camper.

Für Hunde ist es vor allem wichtig, genügend Platz zum Bewegen zu haben. Sie benötigen einen sicheren und gemütlichen Platz zum Schlafen, sollten aber auch die Möglichkeit haben, sich zu strecken und zu bewegen, besonders nach längeren Fahrten. Einige Camper entscheiden sich dafür, spezielle „Hundeecken“ oder -betten zu integrieren, um ihrem Vierbeiner einen festen Platz zu bieten.

Katzen sind in der Regel eher ortsgebunden und bevorzugen kleinere, abgeschlossene Räume. Ein gemütliches Katzenbett oder eine Kuschelhöhle sollte also nicht fehlen. Wichtig ist auch ein sicherer Ort für das Katzenklo, der leicht zugänglich und doch ein wenig abseits liegt.

Frisches Wasser und Futter sind natürlich ein Muss. Denk an ausreichend Vorräte, besonders wenn du in abgelegenere Gebiete reist, wo du vielleicht nicht sofort auf Tierfutter zugreifen kannst.

Welches Basisfahrzeug eignet sich für den Ausbau?

Die Wahl des richtigen Fahrzeugs für den Camper-Ausbau kann überwältigend sein, da es eine riesige Bandbreite an Modellen und Größen gibt, die jeweils ihre eigenen Vor- und Nachteile haben. Hier ein Überblick über die beliebtesten Fahrzeugtypen und was sie zu bieten haben:

Kastenwagen

Ein Kastenwagen ist oft die erste Wahl für Camper-Umbauten. Diese Fahrzeuge bieten eine Menge Innenraum und in der Regel eine rechteckige Form, was die Installation von Möbeln, Betten und anderen Annehmlichkeiten vereinfacht. Darüber hinaus haben viele dieser Modelle eine hohe Decke, die es den Insassen ermöglicht, im Fahrzeug zu stehen. Abhängig von deinem Budget und deinen Anforderungen gibt es sowohl neuere Modelle mit modernen Technologien und Annehmlichkeiten als auch ältere Modelle, die oft günstiger in der Anschaffung sind, aber möglicherweise mehr Wartung erfordern.

  • Mercedes Sprinter
  • Volkswagen Crafter
  • Ford Transit
  • Fiat Ducato
  • Renault Master
  • Peugeot Boxer
  • Citroen Jumper

Mini-Van

Wenn du nach etwas Kompakterem suchst, das leichter in der Stadt zu fahren und zu parken ist, könnten Minivans und kleinere Transporter die Lösung sein. Sie sind zwar kleiner als die typischen Kastenwagen, bieten aber dennoch genügend Platz für einen komfortablen Ausbau für ein bis zwei Personen. Oft sind sie auch im Unterhalt günstiger und verbrauchsärmer.

  • Volkswagen T5/T6 (oder der neueren T7-Serie)
  • Renault Trafic
  • Opel Vivaro
  • Mercedes Vito
  • Toyota Proace

Allrad Fahrzeuge

Wenn deine Reisepläne Offroad-Abenteuer in unwegsamem Gelände oder in Schneegebieten beinhalten, könnte ein Allrad-Fahrzeug ideal sein. Diese Fahrzeuge sind robust und können dich an Orte bringen, die für andere Vans unzugänglich sind, erfordern aber oft kreativere Lösungen beim Ausbau.

  • Toyota Land Cruiser
  • Mercedes G-Wagon
  • Land Rover
  • Defender
  • Mitsubishi Delica

Wohnmobile und Caravans

Wenn du nicht alles selbst ausbauen möchtest, besteht immer die Option, ein bereits vorgefertigtes Wohnmobil oder einen Caravan zu kaufen und diesen nach deinen Wünschen anzupassen. Es gibt eine riesige Auswahl an Marken und Modellen, die bereits über alle Annehmlichkeiten verfügen, die man auf der Straße benötigt.

  • Hymer
  • Bürstner
  • Knaus
  • Adria
  • Hobby

Welche Kriterien waren uns wichtig?

Nachdem wir uns genau überlegt hatten, welche Kriterien für uns wichtig sind, haben wir uns auf die Suche gemacht. Da wir für längere Zeit in unserem Van leben und somit jede Menge Gepäck an Bord haben, haben wir uns für ein Mittelding entschieden. Nicht zu klein und nicht zu groß – es sollte im Inneren komfortabel sein und trotzdem wollten wir unter 6 Metern Länge bleiben. So kam für uns nur der Citroen Jumper L3H2 mit einer Gesamtlänge von 5,99 Metern infrage. 

Es gibt aber noch weitere Fahrzeugdaten, auf die wir geachtet haben:

  • Nicht mehr als 200.000 km auf dem Tacho
  • Nicht älter als 10 Jahre
  • Mindestens 130 PS
  • Kein Unfallfahrzeug
  • Kastenwagen
  • Diesel
  • Unter 15.000€

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